Hinweis auf Inhalt!

Lieber Besucher!

Ich nehme in meinen Zeilen selten ein Blatt vor den Mund (oder die Tasten).

Einige Inhalte sind sehr offen und bewusst provozierend formuliert und nicht unbedingt für Kinder und Jugendliche oder auch Menschen die empfindlich auf solche Inhalte reagieren geeignet.

 

 

 

 

 

 

 

Antwort an die Seele

 

 

Liebe kann nicht Leben sein

unerträglich scheint diese Last

die glaubte, ein Geschenk zu sein

und die erdrückt den Träger fast.

 

Ohne Farbe scheinen Tage,

die ohne Liebe grau verlebt

und doch- erlaube mir die Frage,

ob nur Liebe Farbe lebt?

 

Sind nicht alle Tage warm,

und nur heller jene Stunden

die mit Liebe, ohne Gram

alle Ängste überwunden?

 

Wenn wir uns unwürdig empfinden

Glück und Frieden zu erleben,

wie kann ein Fremder zu uns finden

um unseren Tagen Licht zu geben?


06.11.2018
Leer
Deutschland

 

 

 

Herr Meyers Alltag

 

Am grauen Morgen nimmt jeder Tropfen

ein Stück weit Hoffnung mit zu Boden

bilden Flüsse, die Straßen verstopfen

und die mit Müll bald vollgesogen.

 

Herr Meyer, wie an jedem Tag

im dunklen Mantel mit tiefem Hut

geht zur Arbeit, die er nicht mag

und er tut sie auch nicht gut.

 

Die Akte hier, der Ordner da

und immer näher sind die Wände,

heute ists wie's gestern war

stets das gleiche tun die Hände.

 

Früher war er motiviert

voller Taten und Elan,

im Alltag hat er schnell kapiert

das Änderung nie nötig war,

 

Der Chef will doch das Alte wahren

und so bleibt neues stets verwehrt

und des Chefs unstete Gebaren

ist es, dass die Kraft verzehrt.

 

So grau der Tag, das keine Sonne

scheint durch's Fenster ins Büro

und mit ihr fehlt auch jede Wonne

auch das ist schon seit Jahren so.

 

Doch auch im Feierabend fehlt

die Farbe, denn Grau nimmt sich alles Licht

und was bei der Arbeit ihn gequält

verlässt ihn auch im Bette nicht.

 

Herr Meyer träumt, ganz ohne Träume

so wie er auch den Tag verbringt.

Und fragt sich, was er wohl versäume,

wenn bei der Arbeit ihm die Flucht gelingt.


Datum unbekannt
Leer
Deutschland

 

 

 

Schlafend im Paradies

Er träumt des Nachts in seinem Bette

von tiefer Leidenschaft und Lust

und atmet schwer unter der Decke,

fernab vom ehelichen Frust.

 

Am Morgen folgt das bös' Erwachen

und er steht rauchend am Balkon.

Er hört der Kinder fröhlich' Lachen

und starrt dabei auf den Beton.

 

Er ist nur Gast in seinem Leben,

sitzt wortlos mit am Frühstückstisch

lässt sich kein Stück Zucker geben

und nimmt nichts vom frischen Fisch.

 

Er glaubt, dass dieser Kostverzicht

grad so viel Sühne simuliert,

dass sein Gewissen wenig spricht

wenn er des Nachts nach Liebe giert.

 

Es ist die Hitze seiner Lenden

die nach Abenteuern lechzt.

Doch sein Herz ist nicht zu blenden

auch wenn seine Hose wächst.

 

Er vermisst die Leidenschaft

die mit der Frau die Nächte raubt

und so begehrt er Nach um Nacht

so lange sich die Lust gestaut.

 

Der Zufall wird die Qual beenden

wenn er findet, wonach er giert

und sie sich öffnet seinen Lenden

und er sein Leben dann verliert.


22.05.2017
Leer
Deutschland

 

 

 

Aller Ende Anfang

Am Abend wird der Himmel bunter

doch eigentlich vergeht der Tag

und mit der Sonne geh'n wir unter

unsere Zukunft liegt im Sarg.

 

Es endet kein erfülltes Leben

mit diesem letzten Sonnenstrahl.

Voller Arbeit, voller Streben

voller Mühen - ohne Wahl.

 

Vielleicht wird es uns besser gehen

wenn unser wir heut Abend endet

vielleicht werden wir nie verstehen,

warum sich hier das Blatt gewendet.

 

Vielleicht ist dies der falsche Weg

und die Nacht das Elixier

das hilft das Liebe nicht vergeht

und das erhält uns hier.

 

Gewissheit kommt wenn Hoffnung schwindet

doch ohne sie kein Weg zurück

doch wer nach vorne sieht der findet

im letzten Funken neues Glück.


01.04.2017
Leer
Deutschland

 

 

 

Grauer Regen

Farblos wie ein Regentropfen
zieht der Tag vorm Fenster her
und mit zögerlichem Klopfen
wartet Hoffnung, verliert sich mehr.

Wo sind die glücklicheren Tage,
von deren Gedenken man sich nährt
wenn die ew'ge Sinnesfrage
wieder an den Kräften zehrt?

Ich will nicht sagen, es wär schlecht.
Ich fühl ja eigentlich nichts mehr.
Selten ein Lachen, das noch echt-
dabei will ich es doch so sehr.

Mein Kopf schreit "lache"
so tut es der Mund-
Gehorsamkeit ist seine Sache
und Widerspruch ist ungesund.

Das Herz schreit nicht mehr,
weil es doch niemand hört.
Und verirrt sich doch jemand her,
hab ich Angst das er stört.

Geordnet ist mein tristes Grau
Alles steht an festem Ort
und jeder Tag verläuft genau
Nein, niemand will hier fort.

Und das Herz hört auf zu sein.
Es bleibt nur ein leises Klopfen.
Es reist auf kleinen Flüssen Heim-
begleitet von den Regentropfen.


23.02.2017
Leer
Deutschland

 

 

 

Tanzlust

Wenn dein Blick begehrend berührt
lodert auf die tiefe Glut
die meine Hände zu dir führt
nackter Mensch, gehüllt nur Mut.

Deine Lippen auf meiner Haut
die liebkosend langsam wandern
und dein Atem, langsam laut
der eine Körper sucht den ander'n.

Die Hände tief im Haar vergraben
halten, fordern, führ'n den Kopf
der andernfalls gedankenbeladen
betätigt den Vernunftesknopf.

In endlos Wollust fest umschlungen
geführt vom Takt der puren Lust
füll'n sich schneller uns're Lungen
wir sind der Schatten nicht bewusst.

Es ist unbändiges Verlangen
das beschleunigt uns'ren Tanz
und das, je weiter man gegangen
verleugnet den Verstand bald ganz.

Der schnelle Rhytmus deiner Lenden
führt mich auf den Fluss der Gier
der im reißend Strom wird enden,
und mich fortführt aus dem hier.


02.07.2016
Leer
Deutschland